Der Google-Qualitätsfaktor

Paul Bieber

Paul Bieber

Im heutigen Gastbeitrag erklärt Paul Bieber, was es mit dem Google-Qualitätsfaktor auf sich hat. Ich finde, eine gelungene Anleitung für Einsteiger in die Thematik. Paul Bieber ist SEO & Social Media Manager bei der Agentur Columbus Interactive GmbH. Übrigens, Gastbeiträge sind immer willkommen, solange sie zur Thematik von Marketing-Kitchen passen. Schreiben Sie mir unter info@marketing-kitchen.de .

Funktion des Google-Qualitätsfaktors

Der Google-Qualitätsfaktor schätzt die Relevanz von AdWords-Anzeigen inklusive der enthaltenen Keywords und deren Kombinationen für die Zielseite ein. Der Qualitätsfaktor kann in der Google-Toolbar überprüft werden (Tab „Kampagnen“; „Keywords“, das weiße Infofeld gibt die Details zu Qualitätsfaktor des jeweiligen Keywords an). Die Toolbar teilt dem Anwender mit, welche Klickrate zur Anzeige zu erwarten ist, auch wie sich die Zielseitenerfahrung und Anzeigenrelevanz darstellt. Es gibt noch mehr Möglichkeiten, den Qualitätsfaktor abzurufen, Google erläutert sie ausführlich in der AdWords-Hilfe.

Aspekte des Qualitätsfaktors

Der Qualitätsfaktor – auf einer Skala von 1 bis 10 bewertet – soll laut Google Auskunft darüber geben, wie treffend die AdWords-Anzeige zur Suche eines potenziellen Kunden passt. Der Kunde kann nach „Rotwein“, „Rotwein Italien“, „Rotwein trocken“ oder „Rotwein trocken Italien“ gesucht haben. Wenn diese Kombinationen in der AdWords-Anzeige und der Zielseite auftauchen, wird er die Anzeige sehen und zur Zielseite geleitet werden. Sollte diese wirklich trockenen Rotwein aus Italien (unter anderem) verkaufen, dürfte die AdWords-Anzeige einen hohen Qualitätsfaktor aufweisen.

AdWords-Werbetreibende kennen natürlich den Qualitätsfaktor, der aber nach Expertenmeinung die Wahrheit nur teilweise wiedergibt. Er teilt sich immerhin in verschiedene Aspekte, die einzeln bewertet werden sollten. Wichtig ist er auf jeden Fall, da sich die Position der Adwords-Anzeige aus der Multiplikation von Qualitätsfaktor mal Klickgebot ergibt. Wenn drei Werbetreibenden Anzeigen zum gleichen Thema schalten würden, könnten sich beispielsweise die beiden Komponenten Qualitätsfaktor und Klickgebot wie folgt darstellen:

Advertiser A: Qualitätsfaktor 10, Klickgebot 30 ct = 300

Advertiser B: Qualitätsfaktor 7, Klickgebot 30 ct = 210

Advertiser C: Qualitätsfaktor 3, Klickgebot 30 ct = 90,

womit Advertiser A wahrscheinlich bei gleichen Klickpreisen ein Drittel mehr Kunden als B und mehr als dreimal so viel Kunden wie C generiert.

Qualitätsfaktor

Bewertung und Bezahlung nach Qualitätsfaktor

Google listet natürlich die Anzeigen entsprechend auf und stellt die von Kunde A auf den ersten Platz. Die Kunden zahlen unterschiedliche Klickpreise für ihre Anzeigen, die bei sehr vielen Klicks exorbitante Unterschiede ausmachen können (im vierstelligen Bereich täglich und im fünfstelligen Bereich monatlich). Das schlägt sich auf der Kontoebene des Qualitätsfaktors nieder, die alle Anzeigen und Keywords im AdWords-Konto widerspiegelt. Natürlich wird auf der Kontoebene der Qualitätsfaktor nicht erwähnt, Google bezieht ihn jedoch mit ein. Sollten innerhalb der Anzeigen viele Keywords mit schlechtem Qualitätsfaktor existieren, wird das gesamte Konto nach unten gezogen – die Werbeaufwendungen pro Kunde steigen deutlich. Es lohnt sich also, den Qualitätsfaktor zu steigern, indem die wirklich passenden Keywords und ihre Kombinationen in die AdWords-Anzeigen integriert werden, denn mehr Kunden gelangen dadurch für deutlich weniger Geld auf die Zielseite − bei gleichen Klickpreisen.