Viagra-Spam dramatisch eingebrochen

Pro Tag werden bis zu 200 Milliarden Spam-Mails an User in der ganzen Welt verschickt. Die Verteilung erfolgt über sogenannte Bot-Netze. Dabei handelt es sich – vereinfacht ausgedrückt – um ein Netzwerk aus PCs, die gehackt und zum Ausliefern der E-Mails umfunktioniert werden. Die Besitzer ahnen meist nichts von diesem „Doppelleben“ ihrer PCs . Sie wissen nicht, dass von ihrem Rechner aus Mails verschickt werden, die gefälschte Potenzpillen oder Rolex-Uhren feilbieten.

Marktanteile und Volumina der Botnetze

Botnet Statistik

Das größte Botnetz ist Rustock, mit einem Marktanteil von 41%. Nach einer Erhebung von Symantec verschickte Rustock  im Juni 2010 ca. 46 Milliarden Spam-Mails am Tag. Das sind 32 Millionen Spam Mails pro Minute! Am 3. Oktober, dem Tag der deutschen Einheit, sank das Spam-Volumen jedoch dramatisch. Zeitweise ging es sogar gegen Null.

Der Grund für den Rückgang

Was war passiert? Rustock hatte seinen wichtigsten Geschäftspartner verloren, die russische Firma Spamit. Spamit wiederum fungierte als eine Art Logistikzentrale und Online Marketing Dienstleister für eine der größten illegalen Online Apotheken, der „Canadian Pharmacy“. Deren wichtigste Produkte sind gefälschte „Lifestyle-Medikamente“ wie Potenzmittel, Appetitzügler und Psychopharmaka.

Spamit stellte von der Webseitenerstellung über die Zahlungsabwicklung bis hin zum Produktversand eine breite Palette and Dienstleistungen für „Canadian Pharmacy“. Für alle eingegangenen Aufträge entrichteten die Betreiber eine Provision an den Spammer. Doch Spamit wurde zum Opfer des eigenen Erfolgs: Das Unternehmen war so bekannt geworden, dass es die Aufmerksamkeit internationaler Ermittlungsbehörden auf sich zog. Den Betreibern wurde die Sache zu heiß und sie schlossen kurzerhand die Firma. Rustock war seinen wichtigsten Kunden los und hatte für kurze Zeit keine Mails zu versenden. In der Statistik diverser Internet Security Firmen war dieser Einbruch deutlich zu merken – ein Indiz dafür, welch ungeheures Volumen „Canadian Pharmacy“ produzierte.

Wer sich jetzt Hoffnung auf einen „sauberen“ Posteingang macht, freut sich allerdings zu früh. Inzwischen hat das weltweite Spam-Aufkommen leider wieder das normale Level erreicht. Die Geschäfte von Spamit hat mittlerweile wahrscheinlich ein anderer Dienstleister übernommen.

Quelle: Symantec